Tutorial: Langzeitbelichtung in Photoshop simulieren

Die fließenden Bewegungen bei einer Langzeitbelichtung sehen klasse aus. Gerade Lichtspuren sehen in der Dunkelheit beeindruckend und dynamisch aus. Am hellen Tag kann man diesen Effekt mit Hilfe eines ND-Filters erzielen. Oder man simuliert in Photoshop genau diesen Effekt mit Einzelbildern.

Illusion einer Langzeitbelichtung der S-Bahn Berlin am Bahnhof Friedrichstraße
Illusion einer Langzeitbelichtung der S-Bahn Berlin am Bahnhof Friedrichstraße

Eine richtige Langzeitbelichtung ist nur mit Filtern möglich. Hat man diese gerade nicht zur Hand, hilft Photoshop weiter. Alles, was man dazu braucht, sind mehrere Einzelbilder, die alle mit der gleichen Belichtung aufgenommen wurden. Für das Beispiel oben habe ich elf Bilder verwendet.

Schritt 1: Ebenen ausrichten

Die werden in Photoshop in einer Datei als Ebenen geöffnet. Anschließend werden alle Ebenen gleichzeitig ausgewählt. Einfach die oberste Ebene anwählen, Shift drücken und die unterste auswählen.

Dies ist notwendig, damit sie ausgerichtet werden können. Anschließend einfach im Menü „Bearbeiten“ den Punkt „Ebenen automatisch ausrichten“ wählen. Photoshop übernimmt dann den Rest.

In wenigen Schritten mit Photoshop zur perfekten Illusion einer Langzeitbelichung am hellen Tag
Bearbeiten -> Ebenen automatisch ausrichten

In dem aufpoppenden Menü kann man die Einstellungen so lassen. „Auto“ ist in diesem Fall die richtige Auswahl.

In wenigen Schritten mit Photoshop zur perfekten Illusion einer Langzeitbelichung am hellen Tag
Die Ebenen werden automatisch auf den Bildinhalt ausgerichtet

Schritt 2: Langzeitbelichtung simulieren

Der nächste Schritt ist wichtig. Die ausgerichteten Ebenen müssen alle in ein Smartobjekt umgewandelt werden. Auch das ist einfach. Rechtsklick auf die angewählten Ebenen und „in Smartobjekt konvertieren“ auswählen.

Anschließend kannst Du im Menü „Ebenen“ unter „Smartobjekte“ den „Stapelmodus“ nutzen. Der ist sinnvoll, wenn man bspw. unerwünschte Personen aus einem Bild herausrechnen möchte. Oder wie hier eine Bewegung simulieren. Das „arithmetische Mittel“ ist hier der richtige Modus.

In wenigen Schritten mit Photoshop zur perfekten Illusion einer Langzeitbelichung am hellen Tag
Ebenen -> Smartobjekte -> Stapelmodus -> arithmetisches Mittel

Photoshop erledigt wieder einmal den Rest. Und das Ergebnis ist schon mal ganz gut.

In wenigen Schritten mit Photoshop zur perfekten Illusion einer Langzeitbelichtung am hellen Tag
Das Ergebnis der Stapelbearbeitung: ein deutlicher Bewegungseffekt

Jetzt müssen nur noch Feinarbeiten erledigt werden. Beschneiden und die gewünschten Bildeffekte einfügen. Ich habe bei diesem Bild noch einen ganz leichten Gaußschen Weichzeichner über dem Zug angewandt und freigestellt. Der Colorkey bot sich hier einfach an.

Viel Spaß beim Ausprobieren und nachbauen!

Cinemagram – der einfache und effektive Eyecatcher

Aufmerksamkeit ist das Kriterium, um in sozialen Netzwerken erfolgreich zu sein. Eine relativ einfache Methode, Aufmerksamkeit zu bekommen, ist das Cinemagram. Also die Mischung aus Bild und Video.

Das Prinzip ist denkbar einfach: ein Bild, in dem sich ein kleiner Teil bewegt.

Alles, was man zur Herstellung braucht, ist eine Kamera und ein Stativ. Die meisten Möglichkeiten habt man natürlich, wenn man das Cinemagram in Photoshop erstellt (hier gibt es eine kurze Anleitung).

Cinemagram-Apps für iOS und Android

Natürlich gibt es mittlerweile auch dieverse Apps, um ein Cinemagram zu erstellen. Besonders für iOS. Für Apple-User ist dabei sicherlich Flixel einen Blick wert. Video aufnehmen, animierten Bereich markieren, bei Bedarf Filter. Fertig.

Für Android gibt es weniger Lösungen. Eigentlich gibt es nur eine brauchbare App für ein Cinemagram: fotodanz. Die Videos sind entweder drei oder fünf Sekunden lang. Anschließend mit einem kleinen Lasso den Bereich markieren, der animiert sein soll, bei Bedarf ein paar Filter drüber legen, fertig.

Video: Ein Plädoyer für das Quadrat

Die Frage nach dem richtigen Videoformat für Social Media Kanäle führt immer wieder zu Diskussionen über Hoch- und Querformat. Besonders seit immer mehr Inhalte auf Smartphones konsumiert werden.

Mit Meerkat, Periscope und Snapchat haben viele das Ende des Querformats vorhergesagt. Schließlich setzen diese drei Apps voll und ganz auf das Hochformat. Und selbst bei Youtube werden bei hochformatigen Videos mittlerweile schwarze Balken an den Rand gesetzt, damit man das Video vernünftig sehen kann.

Aber von einer Ablösung des Querformats kann man nun wirklich nicht sprechen.

Es ist aber weiterhin für den Konsum auf mobilen Endgeräten nicht das perfekte Format. Man muss das Smartphone immer um 90 Grad drehen, um Einzelheiten im Video sehen zu können.

Keine Lösung in Sicht? Ich denke doch. Instagram hat es vorgemacht. Das Quadrat (dass Instagram sich auch für Querformate geöffnet hat, bleibt hier einmal unberücksichtigt).

Quadratische Videos lösen eine Menge Probleme. Egal, auf welchem Endgerät man konsumiert: man muss es nicht mehr drehen, um es gut sehen zu können. Es lässt sich ohne Probleme auf verschiedenen Plattformen ausspielen, ohne dass man beim Drehen auf mehrere Formate achten muss. Selbst auf Youtube sieht es noch gut aus. Denn die schwarzen Streifen am Rand sind relativ überschaubar.

Dass quadratische Videos funktionieren, zeigt eine Analyse von Newswhip. Rund 90 Prozent der erfolgreichsten Videos auf Facebook waren quadratisch.